Aktuelle Streiksituation in Italien
[25.01.2012]
Die Streiksituation in Italien scheint sich zu verschärfen. Immer mehr Autobahn- und Schnellstraßenabschnitte werden inzwischen durch Lkw blockiert und eine Ausweitung auf andere Orte und Knotenpunkte ist nicht mehr auszuschließen. Auch soll es bereits zu Übergriffen auf Fahrer gekommen sein. Zwischenzeitlich haben sich auch Taxiunternehmer dem Streik angeschlossen. Bauern und Fischer haben ebenfalls entschieden, sich mit Maßnahmen zu beteiligen. Die Aktionen sind in erster Linie gegen die steigenden Dieselpreise und stark erhöhten Mauttarife gerichtet, stellen aber auch eine Reaktion auf die kürzlich erlassenen Maßnahmen der Regierung zur Stabilisierung der italienischen Wirtschaft dar. Neben Blockaden verschiedener Ein- und -ausfahrten an der A 1 (Mailand-Neapel) in Richtung Neapel und der A 30 in Richtung Rom sind u. a. betroffen: - die A 14 (Bologna-Taranto): Auffahrten bei Poggio Imperiale, San Severo, Andria und Foggia, als auch parallel verlaufende Schnellstraßen - die A 7 (Serravalle-Genua): Abfahrten Serravalle Scrivia, Genua Bolzaneto, Auffahrt Villanova in Richtung Brescia - die SS 652, 148, 106, 18, 280 in der Region Calabrien.
Von Unternehmerseite werden auch Aktionen aus Pescara-Nord, San Benedetto del Tronto, Latina, Napels, Bari, Leece, Rosarno und Sizilien gemeldet. Die aktuelle Verkehrssituation ist der Website der italienischen Autobahngesellschaft unter http://www.autostrade.it/ zu entnehmen.Verschiedene Distributionszentren in Italien haben bereits ihre Verkehre eingestellt, Linienverkehre müssen mit längeren Verzögerungen rechnen. Die EU-Kommission hat sich zwischenzeitlich auf Drängen der Verkehrsverbände an die italienische Regierung gewandt und auf die Gewährleistung und Aufrechterhaltung des freien Warenverkehrs durch Italien hingewiesen. Die italienische Regierung verurteilt die Maßnahmen zwar, unternimmt derzeit aber scheinbar kaum etwas gegen die Streikenden. So werden in Rom z. B. Bußgelder von 200,- EUR verhängt an Fahrer, die die Zufahrten rund um Rom blockieren. Mit einer Fortdauer der Aktionen bis Freitag, 27. Januar 2012 ist somit zu rechnen ist. Mitteilung des DSLV vom 25.01.2012
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